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Summary Traumpfade der Weltrevolution

Traumpfade der Weltrevolution Free download ê PDF, eBook or Kindle ePUB free º ❴Download❵ ✤ Traumpfade der Weltrevolution Author Gerd Koenen – Danpashley.co.uk Das Guevara Projekt – der letzte Versuch einer sozialistischen WeltrevolutionVon allen revolutionären Mythen und KulZum Fixstern einer westlichen Neuen Linken wurde Die zeitgenössische Kultfigur des Guerilleros brauchte auch ein weibliches Gesicht Für die Bolivien Operation Guevaras lieferte es die deutsch jüdische Guerillera Tamara Bunke alias »Tania« aus Ostberlin deren Biographie einen anderen aufschlussreichen »roten Faden« dieser Geschichte liefert Auch ihre Figur ist in den Mythenschatz des vergangenen Jahrhunderts eingegangen In dieses Bild gehört schließlich der kritische Blick und Rückblick auf das Verhältnis der USA zum Rest der Welt und insbesondere zu Lateinamerika als einem Kontinent im Aufruhr und Aufbruch – mit Kuba als dem ewig neuralgischen Punkt Eine höchst aktuelle Geschichte al. Alles sehr gut und detailliert beschrieben Insgesamt gut zu lesen man lernt viel zur Geschichte Kubas dazu und auch zu Che Guevara

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Konturiertes Bild der Lebenslinie zu liefern der dieser Globalrevolutionär gefolgt ist und des weltpolitischen Spannungsfeldes in dem er operiert hat Die Traumpfade der Weltrevolution führen in eine der Schlüsselperioden des Jahrhunderts in die Zeit der antikolonialen Befreiungsbewegungen der atomaren Konfrontation zwischen Ost und West während der »Kubakrise« des Schismas der kommunistischen Weltbewegung zwischen dem Sowjetblock und China In den Zwischenräumen dieser Brüche und Umbrüche entwickelte sich die kubanische Revolution des unverwüstlichen Charismatikers Fidel Castro Und aus ihr entsprang das apokalyptische Weltkriegsunternehmen Guevaras »Schafft zwei drei viele Vietnams« das. Ich habe mich schon länger mit Guevara beschäftigt weil ich die Glorifizierung die er unter manchen Leuten genießt nie verstehen konnte All jene die Che für einen Menschenfreund und Helden halten sollten dieses Buch dringend lesen Aber wahrscheinlich bleibt das ein Wunsch Wer lässt sich schon gern seinen Traum zerstören Aber keine Angst das Buch ist keinesfalls einseitig Ich finde es sehr objektiv und zudem lehrreich

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Traumpfade der WeltrevolutionDas Guevara Projekt – der letzte Versuch einer sozialistischen WeltrevolutionVon allen revolutionären Mythen und Kulten des roten Weltzeitalters hat nur die Figur des Che überlebt – schön wie am letzten Tag Grund genug sein Guevara Projekt einer historischen Nachmusterung zu unterziehen»Glotzt nicht so romantisch« hat der junge Brecht seine Zuschauer angeherrscht Eine zeitlose Maxime Die christusmäßige Verklärung des Ernesto Guevara ist ein Traumpfade der MOBI #221 Aberwitz von historischem Format Man hat den Mann schon zu Lebzeiten fast totfotografiert und posthum in eine Ikone verwandelt In zwei Dutzend Biographien scheint alles über ihn gesagt – ohne jedoch ein schlüssiges scharf. Che Guevara und die kubanische Revolution haben tausende Intellektuelle begeistert Und während der real existierende Sozialismus in sich zusammenstürzte ohne dass ihm viele nachweinten bleibt der Mythos Ché so lebendig dass sogar Hollywood eine Schmonzette darüber drehen wollte Dass ausgerechnet die Traumfabrik der imperialistischen Supermacht die er sein Leben lang bekämpft hatte ihn verfilmen und verehren wollte das gehört zu den besten Hintertreppenwitze der Weltgeschichte Nur der juristische Einspruch der Mutter von Tanja la Guerillera einer Kampfgenossin Chés verhinderte dasDoch wer war Ché wirklich was hat er wirklich getan was waren seine Ziele was trieb ihn anGerd Koenen selbst einer derer die ihn verehrt hatten will in diesem Buch den echten Ché vorstellen Der junge Ché eher nicht politisch sondern mehr literarisch interessiert und erotisch wie in diesem Alter nicht unüblich der Gedichte schreibt und durch Südamerika tourt Dabei wird er von der dünnen Oberschicht überall willkommen geheißen und weitergereicht ein realistischer Einblick in die Verhältnisse Südamerikas in den Vierziger und Fünfziger Jahren Er schreibt schwülstige Gedichte auch das in dem Alter nicht unüblich studiert später Medizin und dann fährt er wieder durch den Subkontinent Ein extremer Individualist der seine Rolle im Leben sucht Als Angehöriger der Oberschicht blickt er voller Verachtung auf Kommerz und Geld herab; in einem Job Tag für Tag das gleiche zu tun das reizt ihn nicht er will eine wichtige Rolle spielen Die Welt zu retten wäre ihm adäuat noch besser bei dieser Rettung zu sterben sein Leben zu opfern und ihm dadurch Bedeutung zu verleihen Auch das ist in dem ALter nicht unüblich und dürfte ihn kaum von anderen jungen Männern unterschieden habenObendrein teilt er den Hass vieler Latinos auf die Gringos auf das reiche Nordamerika das an allem Übel dieser Welt und insbesondere an allen Übeln Südamerikas schuld ist Diese Überzeugung wird er bis zu seinem Tode nicht ändernDann trifft er Castro Und der kann ihm das bieten Kuba vom Tyrann Batista befreien eine heroische Landung in der Höhle des Löwen und die Chance sein Leben für die Freiheit einzusetzen Ché schlägt ein der Rest ist Geschichte Die kleine Truppe vollbringt das Unmögliche sie landet unter dem Feuer der Batista Soldaten kann sich in die Sierra Maestra durchschlagen führt dort einen Partisanenkrieg und stürzt schließlich den DiktatorIn diesen Jahren wird Ché zum Politiker Dass eine kleine entschlossene Gruppe von Männern Frauen kommen im Weltbild des Ché als Mitkämpfer kaum in Betracht einen Diktator stürzen kann diese Vorstellung baut er von nun an aus Sieg im Volkskrieg ist die Parole Der große Krake USA kann geschlagen werden man muss nur den Mut und die Entschiedenheit dazu besitzen Folgerichtig hält es ihn nur kurz auf dem Stuhl eines Ministers Ein Leben als Verwalter Bürokrat ist nichts das ihn reizt Auch wenn er die kurzen Jahre als Minister nutzt auf der diplomatischen Bühne mit frechen Sprüchen sowohl den Feind USA wie den Bundesgenossen Sowjetunion zu düpieren Zusammen mit Castro schafft er es dass das kleine Cuba einige Jahre lang die Weltgeschichte bestimmt Sowohl die USA wie die Sowjets werden immer wieder überrascht und ausmanövriertDie ironischen Sprüche die so ganz anders klingen als die steifen Formeln hinter denen sich die beiden Supermächte mittlerweile eingegraben haben die immer neuen unerwarteten Wendungen der kubanischen Politik sind es denn auch die Ché und Castro die Herzen zufliegen lassen Selbst eingefleischte CDU Wähler grinsen über „den fidelen Castro“ und können die klammheimliche Schadenfreude nicht verbergen Hier liegt ganz sicher ein Grund für die ungebrochene Faszination für „den Ché“ Dass jemand die Dinge beim Namen nennt statt sie mit diplomatischen oder weltanschaulichen Formeln zu kaschieren gefälltIn Cuba sieht es allerdings ganz anders aus Die versprochenen Wahlen werden nie abgehalten schnell wird das Land gleichgeschaltet wer sich nicht hinter Castro und Co einreiht muss das Land verlassen landet im Umerziehungslager oder gar vor dem Erschießungskommando „Paredon Paredon Paredon“ An die Wand heißt die ParoleChé selbst der absolute Individualist der Mann der selbst im Feld abgesondert von den anderen sitzt und ein Buch liest hält flammende Appelle gegen den Individualismus„Der Individualismus als solcher als isoliertes Handeln eines Menschen muss verschwinden Der Individualismus von morgen sollte die angemessene Nutzbarmachung des ganzen Individuums zum uneingeschränkten Wohl der Gemeinschaft sein“Dass er den eigenen Individualismus nie aufgab ist einer der Widersprüche seiner Person Dass er außerdem einen neuen Menschen nach seinem Ebenbilde schaffen wollte ein anderer Er selbst wollte seine ganze Kraft für die große Idee einsetzen„Ich arbeite 16 18 Stünden täglich und schlafe 6 Stunden wenn ich kann ich glaube dass ich eine Mission zu erfüllen habe auf dieser Welt und dieser Aufgabe muss ich alles opfern jedes tägliche Vergnügen ein Zuhause persönliche Sicherheit und möglicherweise auch mein eigenes Leben“Wenn allerdings das zu einem Lebensentwurf wird dem alle Menschen zu folgen haben wird es gefährlich So ist eine 40 Stunde Woche in Ché Weltbild nicht vorgesehen und allein schon der Gedanke daran konterrevolutionärWie alle südamerikanischen Caudillos vereinigte Ché Großzügigkeit und Grausamkeit in seiner Person Er hatte keine Hemmungen politische Gegner zu erschießen konnte aber auch mit großer Geste vergeben Sein Weltbild war immer noch das Weltbild der lateinamerikanischen Oberklasse Der Führer geht voran denkt für die armen Bevölkerungschichten sorgt für sie Demokratie scheint nie mehr als ein Lippenbekenntnis gewesen zu sein Und seine Verachtung für Kommerz entspricht der Verachtung des preußischen Adels der ebenfalls nur im Waffenhandwerk im Kampf das adäuate Betätigungsfeld eines Edelmannes sah und für den Leute die für Geld arbeiteten von vorneherein minderwertig warenGerd Koenen schildert in dem Buch anschaulich den Werdegang Ché von dem Hippie der durch Südamerika zieht bis zu dem Berufsrevolutionär der mit der Waffe in der Hand durch die Welt reist um überall die Revolution zu entfachen Gut lesbar mit vielen Zitaten und ausführlichem Literaturverzeichnis am Ende fehlt dennoch etwas Für die meisten Zitate und Behauptungen fehlt der Verweis woher sie stammen Fußnoten gibt es leider nur wenige und gar kein Verzeichnis der verwendeten ZitateManches ist auch mehr als fraglich So verweist der Autor auf Chés Begeisterung für Stalin allerdings konnte mich das nicht überzeugen Zwar war auch Ché bereit notfalls über Leichen zu gehen zu Kompromissen nicht bereit und Anhänger einer staatlich gelenkten Wirtschaft Es finden sich auch einige Zitate die Stalin loben Dennoch gibt es deutliche Unterschiede Bei Stalin war die Partei das A und O bei Ché war es der Kampf und manches andere auch deuten nicht auf allzu große Übereinstimmung hin Mir scheint es dass hier der Autor auf Stalin verweist weil er damit Ché entzaubern willDer schwächste Teil des Buches befasst sich mit Tamara Bunke einer Deutschen die bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr in Argentinien lebt gegen ihren Willen von den Eltern in die DDR verfrachtet wird sich dort als linientreue Genossin darstellt um schließlich ohne Erlaubnis der SED die DDR Richtung Kuba zu verlassen und sich der Guerilla Chés als Tanja la Guerillera in Bolivien anzuschließen Koenen schildert sie als brave Parteisoldatin die allen Anforderungen der SED treudeutsch nachkommt und sie übererfüllt Dazu zitiert er aus Stasi Papieren und Texten TamarasNur vergisst er eins Tamara hatte nur dann eine Chance zurück nach Lateinamerika zu gelangen wenn sie sich absolut parteitreu zeigte Das brave Mädchen das sie spielte und das sowohl die SED wie Koenen ihr abnehmen war sie wohl nicht Denn gegen den Willen der SED Führung nach Kuba zu fliehen erfordert nicht nur Mut immerhin war das Republikflucht sondern spricht auch nicht für die 150% Genossin Eine glühende Sozialistin war sie gleichwohl sicher Nur dass die Morgenröte der jungen kubanischen Revolution und deren ebenfalls junger Führer ihr erheblich anziehender erschien als die verknöcherte Gerontenrepublik der DDR Was einmal mehr verständlich macht warum Ende der Sechziger soviele junge Leute begeistert von der kubanischen Revolution warenAuch den Zitaten Chés glaubt das Buch übernimmt sie 11 als Wirklichkeit selbst in Gedichten Doch Gedichte spiegeln nie hundertprozentig die Auffassungen des Dichters wieder hier wäre mehr Distanz mehr Interpretation wünschenswert gewesenKoenens Buch wirft natürlich weitere Fragen auf die nicht alle in dem Buch behandelt werden konntenWährend er ausgiebig Chés Stalin Zitate darstellt wird Chés Asthma nur insofern erwähnt dass er deswegen stets Medikamente braucht Aber was bedeutete es für einen Jungen in den Dreißiger Jahren Asthma zu haben Auch in Deutschland war es die Hochzeit des Männlichkeitswahns ein Junge musste eine Sportskanone ein „richtiger Kerl“ sein kein Weichei Ich vermute dass dieses Asthma eine ganz zentrale Rolle in Chés Persönlichkeit spielte Sein ganzes erwachsenes Leben lang spielte er den ganzen Kerl den Mann den nichts umhauen kann den Mann der weder Tod noch Teufel fürchtet Lord Byron fällt mir da ein der durch einen Klumpfuß gehandikappt war und ebenfalls einer Revolution beitrat nämlich der griechischen Überhaupt ähnelt Ché Byron die romantische Pose die Verachtung für realistische Politik und der Glaube daran dass man alleine mit Willenskraft alles schaffen könne Nicht zu vergessen der frühe Tod der beide zu Helden und Heiligen machteIm Buch wird auch die Zeit der Guerilla in der Sierra Maestra nur kurz gestreift Aber wieweit hat gerade diese Zeit Ché nicht geprägt war seine goldene Zeit Immerhin erlebte er hier der Einzelgänger und Individualist erstmals ein Gemeinschaftserlebnis eines dem er immer wieder nachlief eines das er immer wiederholen wollte und das er als Ideal allen Menschen aufpfropfen wollteAber was kann man besseres über ein Buch sagen als dass es zu weiterem Nachdenken anregt So sind die Traumpfade der Weltrevolution ein lesenswertes Buch das nicht nur über Ché berichtet sondern auch die zahlreichen Irrungen und Wirrungen der realsozialistischen Staaten spiegelt etwa die entsetzte Prüderie der SED und Stasi über die vermeintliche „Unmoral“ der kubanischen RevolutionHans Peter Roentgen